KlimaneutralitäT bis 2035 - Handlungs-leitfaden des Wuppetrtal-Institut

Ende 2020 - die Medien interessierten sich also seit vielen Monaten für Corona, Corona und Corona - veröffentlichte das Wuppetal-Institut eine sehr denkwürdige Studie. "fridays for future" war Auftraggeber und die GLS-Bank förderte das Projekt finanziell.

 

Wie Deutschland bis 2035 CO2-neutral werden kann

 

Das Übereinkommen von Paris formuliert 2 Grad Erwärmung als verbindliche Obergrenze, um Folgen des Klimawandels verkraftbar zu halten, favorisiert aber zugleich die ehrgeizigere Marke: 1,5 Grad.

Klimaschutzgesetz (2019) - was bringt es?

 

Ich möchte das Gesetz, welches noch im Jahr 2019 in Folge des historischen "Klimapakets",  verabschiedet wurde nicht "klein reden". Es setzt die "Klimaneutralität" bis zum Jahr 2050 für Deutschland als verbindliches Ziel und liefert auch klare Marken für zulässige Klimagas-Emissionen in den Jahren 2020 bis 2030, welche dieses Ziel realistisch erscheinen lassen. Wer sich die dort verankerten Zahlen genauer anschaut, wird feststellen, dass bereits diese Entwicklung alles, was zuvor an "Rettungsmassnahmen" umgesetzt wurde, als Kleinigkeit erscheinen lässt. Wenn also diese Grenzwerte in den kommenden Jahren wirklich eingehalten werden, ist das ein radikaler Kurswandel!

Meiner Meinung nach haben allein die umfassenden Beschränkungen von Kontakten und Mobilität im Jahr 2020 einen Rückgang der Treibhausgas-Emissionenn im Sektor Verkehr ermöglicht und das böse Erwachen könnte bereits in 2021 folgen. Der erstmals Anfang 2021 veröffentlichte Projektionsbericht (im Klimaschutzgesetz verankert) lässt eine Zielverfahlung bezogen auf die verbindlichen Emissions-Kontingente des Klimaschutzgesetzes vermuten. Herausragend sind dabei die erheblich zu hohen Emissionen, die in den Sektoren Verkehr und Gebäude erwartet werden - beide mit einem hohen unmittelbaren Beitrag des privaten Konsums an den Emissionen.

Wuppertal-Studie (2020) - was ist der Unterschied?

 

Der Annahme folgend, dass "Klimaneutralität" bereits im Jahr 2035 erforderlich ist, um die ehrgeizigere Marke von nur 1,5° Erwärmung aus dem Übereinkommen von Paris einzuhalten, beschreibt die Studie ein Szenario aus Entwicklungen in den Shlüsselsektoren, welches diese deutlich schnellere Reduzierung des Treibhausgas-Aussosses möglich mahen könnte.
Meine persönliche weitere Zusammenfassung des Kapitels "1 Zusammenfassung" der Studie:

  1. Klimaneutralität "in Deutschland" bis 2035 ist technisch möglich
  2. Sie wird "weh tun" und daher auf erhebliche Widerstände stossen
  3. Sie erfordert, dass Klimaschutz endlich Thema Nummer 1 der Tagespolitik und des Konsumverhaltens wird, was bisher in weiter Ferne lag

Mir ist es lieber, wenn du selbst in der wirklich sehr verständliche Studie nachliest, als wenn ich hier zu ausführlich werden muss. Nur wenige "Streiflichter" (wörtliche Zitate!):

  • VERKEHR: "Insgesamt muss sich der Verkehrsaufwand des Umweltverbunds aus Fuß- und Radverkehrund öffentlichem Verkehr bis 2035 etwa verdoppeln, während die des Pkw- Verkehrs sich etwa halbiert." (Seite 80)
  • VERKEHR: "Um eine Reduzierung des Flugverkehrs zu erreichen, gehen die UBA-Szenarien von einer vollständigen Einstellung des innerdeutschen Flugverkehrs bis 2050 aus" (Seite 80)
  • GEBÄUDE: "Zusätzlich wird im Gebäudebereich auch Suffizienz einen wichtigen Beitrag für das Erreichen von Klimaneutralität leisten müssen. Es gilt, den Trend des wachsenden Wohnraumbedarfs pro Kopf durch intelligente und flexible Nutzungsformen zu stoppen bzw. umzukehren" (Seite 89)
  • GEBÄUDE: "Der Anteil von Wärmepumpen an allen Heizsystemen müsste Szenarien zufolge ineinem klimaneutralen Energiesystem auf etwa 60 bis 80 Prozent ansteigen" (Seite 89)
  • GEBÄUDE: "...energetische Sanierungsrate, die im Mittel von heute knapp 1 Prozent auf rund 4 Prozent pro Jahr gesteigert werden müsste. In der Praxis bedeutet dies, dass jedes Gelegenheitsfenster genutzt werden muss, um zielkonforme energetische Sanierungsmaßnahmen durchzuführen. Zielkonform bedeutet, nach Möglichkeit den Passivhausstandard oder mindestens alternativ den KfW55-Standard einzuhalten (Seite 95)
  • ENERGIEWIRTSCHAFT: "Bis 2035 erscheint dann ein
    Ausbau von
    jährlich mindestens etwa 25 bis 30 GW an neuen Windenergie- (on- und offshore) und PV-Anlagen sinnvoll. Der tatsächliche Ausbau lag in den Jahren 2018 und 2019 im Durchschnitt hingegen nur bei 6 GW pro Jahr." (Seite 40)

Ich empfehle: du wählst dir einen beliebigen genannten Punkt aus der Liste, bei dem du dich als kompetent empfindest und befrägst dich selbst zu meiner provokativen These:

 

Es muss alles anders werden!?

 

Eine Anregung zur Einschätzung de Zeitraums, auf den sich die genannten Wandlungen beziehen (15 Jahre!):

Die entsetzliche trennende Mauer zwischen den beiden deutschen Staaten fiel vor nunmehr 31 Jahren. Dass Neill Armstrong den Mond betrat, ist über 50 Jahre her. Wie schnell demnach 15 Jahre verfliegen...

2021 - Überarbeitung des Klimaschutzgesetzes (2019) zugesagt

Ein überrashendes Urteil des Bundesverfassungsgerihts machte es möglich: im Mai 2021 sagte die bunderegierung eine Überarbeitung des Bundes-Klimaschutzgesetzes unter reduzierung der Emissions-Kontingente und Präzisierung von Grenzwerten für den Zeitraum nach 2030 zu!

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